Nachdem wir uns alle ein paar Stunden zur Ruhe gebettet hatten, trafen wir uns im Motel, in dem ich nicht nur die Winchester-Brüder, sondern auch Emil und mich eingemietet hatte, im Zimmer der Brüder.
"Rederiksen sagte, jemand habe den Fund der Leiche gemeldet. Und zwar von einem öffentlichen Telefon aus, das sich in der Nähe des Tatorts befindet."
Erstauntes Hin- und Hergucken von einem zum anderen.
"Rederiksen sagte, jemand habe den Fund der Leiche gemeldet. Und zwar von einem öffentlichen Telefon aus, das sich in der Nähe des Tatorts befindet."
Erstauntes Hin- und Hergucken von einem zum anderen.
"Also was haben wir bis jetzt?" begann Sam, die Fakten aufzuzählen: "Einen Täter mit Hufen und Fell, der das Opfer erschlug und danach mit seinen Klauen durchsuchte, um dann die Polizei zu verständigen?"
"Vielleicht hat der Kerl ihm was geklaut?" sagte Dean und sah ein wenig nachdenklich aus. "Vielleicht seine Panflöte?" Er lachte.
"Das ist nicht witzig, Dean!" sagte Sam ernst. "Immerhin ist der Mann tot."
"Ja, naja... " Aber aus dieser Schlinge bekam er seinen Kopf nicht mehr.
"Panflöte hin oder her," begann ich, "es muss etwas gewesen sein, auf das der Täter nicht verzichten wollte oder konnte. Wurde denn in den Klamotten irgendwas gefunden?"
"Das ist nicht witzig, Dean!" sagte Sam ernst. "Immerhin ist der Mann tot."
"Ja, naja... " Aber aus dieser Schlinge bekam er seinen Kopf nicht mehr.
"Panflöte hin oder her," begann ich, "es muss etwas gewesen sein, auf das der Täter nicht verzichten wollte oder konnte. Wurde denn in den Klamotten irgendwas gefunden?"
"Ähm, ja," sagte Sam und wühlte in seinen virtuellen Unterlagen auf dem Laptop. "Man fand ein paar Patronen, unbenutzt, die zum Gewehr passen, eine Brieftasche mit Ausweis, Führerschein und eine Visitenkarte von einem Food-Truck. Außerdem trug er noch ein paar Taschentücher bei sich und eine kleine Taschenlampe."
Wir trafen auf dem Sieben-Schlösser-Platz ein, der Ort, an dem sich Barabajagls Wunderscheune befindet. Sicher war es reine Glückssache, wann hier jemand anzutreffen war, denn feste Öffnungszeiten gab es nicht. Durch das Fenster, das sich gegenüber des schreibenden Hutes befand, lugte Dean hinein. Alles war ruhig.
"Was ist das hier?" fragte er überrascht.
"Die Wunderscheune. Aber dafür haben wir keine Zeit. Frag einfach jemanden, wo wir Barabajagl finden können."
Gesagt, getan, wenn auch etwas zaghaft. Aus der hinteren Ecke hörte ich schon eines der Plappermäuler, um genau zu sein Johnny, den Pilz:
"Der Barabajagl ist nur kurz ins Ort, um dem Hut Tinte zu besorgen. Der müsst aber glei' wieder da sein."
"Wolle wollt' er aach besorge', könnt also ebbes länger dauern!" rief Murr der Baum ergänzend.
Das war eine unpassende Verzögerung, allerdings würde Sam und Emils Recherchearbeit bestimmt auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
"Bock auf Frühstück?" fragte ich Dean.
"Aber immer doch!" kam prompt die Antwort.
"Sagt Barabajagl, er soll hier auf uns warten, falls er vor uns wieder hier ist," rief Dean noch in die Scheune.
"Uff wen dann warte?" rief Murr zurück.
"Auf Misses und Dean," rief ich, so laut ich konnte.
"Ach, die klaa Misses is des! Hei jo, sagen mer ihm!" lautete die Antwort.
Ich bedeutete Dean, das wir jetzt schnellstmöglich die Beine in die Hand nehmen sollten, denn sonst würde dieses Gespräch noch ewig dauern.
Nach unserem ausgiebigen Frühstück kehrten wir zur Wunderscheune zurück. Mittlerweile hatte Barabajagl sich eingefunden und war erfreut und überrascht zugleich, das wir ihn dringend sprechen wollten.
Ich wollte selbstverständlich nicht, das die wunderbaren und sensiblen Wesen in der Scheune etwas von der grausigen Nachforschung erfuhren, und so unterhielten wir uns außerhalb der Scheune.
"Fällt dir jemand ein, der Hufe und Fell bestitz und zudem Krallen?"
Ich hatte schon bemerkt, das Dean die Hände des Fauns argwöhnisch beäugte.
"Oder kannst du zufällig lange Fingernägel ausfahren?" Irgendwie schien mir Deans Frage nicht professionell, andererseits jagten wir einen womöglich telefonierenden Mörder, der sein zerkratztes Opfer zuvor erschlagen hatte.
Barabajagl war anfags irritiert, doch nach einer Weile fing er sich und antwortete:
"Ich glaube nicht, das es sich um einen anderen Faun oder Pan handelt, meine Freunde. Zum einen sind wir eine äußerst seltene Gattung," und Würde ließ seine Augen glänzen, "zum anderen haben wir seit tausenden von Jahren den alten Bräuchen abgeschworen. Zudem diese abscheuliche Tat, liebe Misses und ihr - " er warf Dean einen skeptischen Blick zu, "Menschenbruder, niemals von einem Pan begangen worden sein kann. Wir trieben zwar in alter Zeit Schabernack, doch waren wir eher für die Fruchtbarkeit zuständig. Es gäbe für keinen von uns einen Grund, einen Menschen zu töten. Das haben wir niemals."
Dean wiegte den Kopf leicht hin und her und runzelte die Stirn.
"Und ein Abtrünniger?" wollte er wissen und legte alle aufzubietende Ernsthaftigkeit in seine Stimme.
Barabajagl sah mich sehr intensiv an und sagte sehr leise und eindringlich, etwas zu mir geneigt: "Ernsthaft? Das ist dein Bruder?"
Ich verkniff mir ein Lachen, räusperte mich, und sagte mit Nachdruck: "Egal was dir einfällt, alles könnte helfen."
Barabajagl nickte, nun ernst. "Es geht die Legende, das ein gehufter und gehörnter Geist dämonischer Abstamung im Wald haust. Allerdings hat er, soweit ich weiß, nie etwas verbrochen. Er wurde lediglich einige Male gesichtet, wie er um örtliche Häuser schlich... angeblich jedenfalls."
"Mit Dämonen kann ich schon eher was anfangen," warf Dean ein und grinste mich an. Ich schnaufte. "Also du meinst sowas wie einen bösartigen Yeti oder Bigfoot?" fragte er fast seriös.
Barabajagl zuckte die Schultern. "Was ist das?"
Dean setzte zu einer ausschweifenden Erklärung an, doch ich unterband diesen Schwall an bewundernden Worten, noch ehe die Unterhaltung hier kein Ende mehr gefunden hätte: "Danke sehr, du hast uns wirklich geholfen. Wenn dir noch was einfallen sollte, dann melde dich bitte auf meinem Fernkommunikator."
Barabajagl nickte lächelnd, und wir verabschiedeten uns von ihm.
Derweil hatten Emil und Sam so einiges auf dem Laptop recherchiert.
"Faune sind an sich friedlich," begrüßte uns Sam eifrig. "Ich habe keinen Hinweis finden können, das jemals ein Mensch von einem Faun getötet wurde."
"Natürlich nicht," antwortete Dean bissig. "Aber es soll ein dämonischer Abkömmling gesehen worden sein. Mehrmals."
"Dann sollten wir unsere Recherche weiter ausstrecken und alles einbeziehen, was Hufe hat."
"Und Hörner. Er soll auch Hörner haben," ergänzte Dean, wieder grinsend.
"Was genau hat Barabajagl denn gesagt?" wollte Emil ungeduldig wissen.
"Food-Truck, ja? Zeig mal," und Dean warf einen Blick auf die Vergrößerung eben jener Visitenkarte.
"Kekse und Printen? Das ist doch kein Food-Truck. Außer die haben Kuchen..."
"Irgendwelche Ideen?" räusperte Dean sich rasch und legte die Stirn in Falten.
"Definitiv," sagte Emil. "Sam und ich recherchieren alles über Faune und andere Wesen mit Hufen, und Misses wird mal zu Barabajagl gehen. Vielleicht hat er eine Idee."
"Und ich?"
"Du kommst mit mir," sagte ich schnell. Sammy warf mir einen dankenden Blick zu. "Außerdem werden wir uns den Food-Truck mal genauer ansehen." Ich konnte mir ein Zwinkern nicht verkneifen.
"Was ist das hier?" fragte er überrascht.
"Die Wunderscheune. Aber dafür haben wir keine Zeit. Frag einfach jemanden, wo wir Barabajagl finden können."
Gesagt, getan, wenn auch etwas zaghaft. Aus der hinteren Ecke hörte ich schon eines der Plappermäuler, um genau zu sein Johnny, den Pilz:
"Der Barabajagl ist nur kurz ins Ort, um dem Hut Tinte zu besorgen. Der müsst aber glei' wieder da sein."
"Wolle wollt' er aach besorge', könnt also ebbes länger dauern!" rief Murr der Baum ergänzend.
Das war eine unpassende Verzögerung, allerdings würde Sam und Emils Recherchearbeit bestimmt auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
"Bock auf Frühstück?" fragte ich Dean.
"Aber immer doch!" kam prompt die Antwort.
"Sagt Barabajagl, er soll hier auf uns warten, falls er vor uns wieder hier ist," rief Dean noch in die Scheune.
"Uff wen dann warte?" rief Murr zurück.
"Auf Misses und Dean," rief ich, so laut ich konnte.
"Ach, die klaa Misses is des! Hei jo, sagen mer ihm!" lautete die Antwort.
Ich bedeutete Dean, das wir jetzt schnellstmöglich die Beine in die Hand nehmen sollten, denn sonst würde dieses Gespräch noch ewig dauern.
Nach unserem ausgiebigen Frühstück kehrten wir zur Wunderscheune zurück. Mittlerweile hatte Barabajagl sich eingefunden und war erfreut und überrascht zugleich, das wir ihn dringend sprechen wollten.
Ich wollte selbstverständlich nicht, das die wunderbaren und sensiblen Wesen in der Scheune etwas von der grausigen Nachforschung erfuhren, und so unterhielten wir uns außerhalb der Scheune.
"Fällt dir jemand ein, der Hufe und Fell bestitz und zudem Krallen?"
Ich hatte schon bemerkt, das Dean die Hände des Fauns argwöhnisch beäugte.
"Oder kannst du zufällig lange Fingernägel ausfahren?" Irgendwie schien mir Deans Frage nicht professionell, andererseits jagten wir einen womöglich telefonierenden Mörder, der sein zerkratztes Opfer zuvor erschlagen hatte.
Barabajagl war anfags irritiert, doch nach einer Weile fing er sich und antwortete:
"Ich glaube nicht, das es sich um einen anderen Faun oder Pan handelt, meine Freunde. Zum einen sind wir eine äußerst seltene Gattung," und Würde ließ seine Augen glänzen, "zum anderen haben wir seit tausenden von Jahren den alten Bräuchen abgeschworen. Zudem diese abscheuliche Tat, liebe Misses und ihr - " er warf Dean einen skeptischen Blick zu, "Menschenbruder, niemals von einem Pan begangen worden sein kann. Wir trieben zwar in alter Zeit Schabernack, doch waren wir eher für die Fruchtbarkeit zuständig. Es gäbe für keinen von uns einen Grund, einen Menschen zu töten. Das haben wir niemals."
Dean wiegte den Kopf leicht hin und her und runzelte die Stirn.
"Und ein Abtrünniger?" wollte er wissen und legte alle aufzubietende Ernsthaftigkeit in seine Stimme.
Barabajagl sah mich sehr intensiv an und sagte sehr leise und eindringlich, etwas zu mir geneigt: "Ernsthaft? Das ist dein Bruder?"
Ich verkniff mir ein Lachen, räusperte mich, und sagte mit Nachdruck: "Egal was dir einfällt, alles könnte helfen."
Barabajagl nickte, nun ernst. "Es geht die Legende, das ein gehufter und gehörnter Geist dämonischer Abstamung im Wald haust. Allerdings hat er, soweit ich weiß, nie etwas verbrochen. Er wurde lediglich einige Male gesichtet, wie er um örtliche Häuser schlich... angeblich jedenfalls."
"Mit Dämonen kann ich schon eher was anfangen," warf Dean ein und grinste mich an. Ich schnaufte. "Also du meinst sowas wie einen bösartigen Yeti oder Bigfoot?" fragte er fast seriös.
Barabajagl zuckte die Schultern. "Was ist das?"
Dean setzte zu einer ausschweifenden Erklärung an, doch ich unterband diesen Schwall an bewundernden Worten, noch ehe die Unterhaltung hier kein Ende mehr gefunden hätte: "Danke sehr, du hast uns wirklich geholfen. Wenn dir noch was einfallen sollte, dann melde dich bitte auf meinem Fernkommunikator."
Barabajagl nickte lächelnd, und wir verabschiedeten uns von ihm.
Derweil hatten Emil und Sam so einiges auf dem Laptop recherchiert.
"Faune sind an sich friedlich," begrüßte uns Sam eifrig. "Ich habe keinen Hinweis finden können, das jemals ein Mensch von einem Faun getötet wurde."
"Natürlich nicht," antwortete Dean bissig. "Aber es soll ein dämonischer Abkömmling gesehen worden sein. Mehrmals."
"Dann sollten wir unsere Recherche weiter ausstrecken und alles einbeziehen, was Hufe hat."
"Und Hörner. Er soll auch Hörner haben," ergänzte Dean, wieder grinsend.
"Was genau hat Barabajagl denn gesagt?" wollte Emil ungeduldig wissen.
Ich blickte nachdenklich in die Runde und ließ mich auf den nächstbesten Stuhl fallen. "Das er nicht glauben kann, das Dean mein Bruder ist."
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