Geweihtes
Zurück im Motel, nach einem ausgiebigen Mahl und ein paar schicken Drinks, setzte Sammy seine elektronische Recherche fort.
"Leute," sagte Sam nach einer Weile in den Raum hinein, ohne den Blick vom Laptop zu nehmen, "der Felsen war früher eine Zulieferstelle für einen Weinkeller. Hier steht ein Vermerk auf den Bauplänen, das es in einem Felsen eine Hebebühne gab, die die Lieferung der Weinfässer erleichterte. Der Weinkeller selber wurde schon vor langer Zeit abgerissen und der Zugang verschüttet. Die Hebebühne konnte wohl nur von innerhalb des Kellers betätigt werden und war von außen nicht zugänglich. Das Weingewölbe ist hier eingezeichnet."
Diese äußerst interessante Information ging irgendwie unter.
"Ein Weinkeller, ja?" murmelte Dean geistesabwesend.
Sam machte eine Sprechpause, während er hochkonzentriert seine Recherche fortsetzte.
"Und auf dieser Seite hier steht, wie man den Krampus und seine Familie bezwingen kann."
Jetzt horchten wir allesamt auf, der eine mehr, der andere weniger. Denn derzeit liefen ein paar witzige Cartoons im Fernsehapparat, die die düstere Stimmung auflockerten.
"Leute," sagte Sam nach einer Weile in den Raum hinein, ohne den Blick vom Laptop zu nehmen, "der Felsen war früher eine Zulieferstelle für einen Weinkeller. Hier steht ein Vermerk auf den Bauplänen, das es in einem Felsen eine Hebebühne gab, die die Lieferung der Weinfässer erleichterte. Der Weinkeller selber wurde schon vor langer Zeit abgerissen und der Zugang verschüttet. Die Hebebühne konnte wohl nur von innerhalb des Kellers betätigt werden und war von außen nicht zugänglich. Das Weingewölbe ist hier eingezeichnet."
Diese äußerst interessante Information ging irgendwie unter.
"Ein Weinkeller, ja?" murmelte Dean geistesabwesend.
Sam machte eine Sprechpause, während er hochkonzentriert seine Recherche fortsetzte.
"Und auf dieser Seite hier steht, wie man den Krampus und seine Familie bezwingen kann."
Jetzt horchten wir allesamt auf, der eine mehr, der andere weniger. Denn derzeit liefen ein paar witzige Cartoons im Fernsehapparat, die die düstere Stimmung auflockerten.
"Man kann ihn mit einem geweihten Kreuz schwächen, und wenn man ihn in diesem geschwächten Zustand in einen speziellen, aus heiligem Leinen gefertigten Sack packt und mit einem geweihten Knüppel auf ihn einprügelt, verliert er seine Macht."
"War ja klar, alles muss geweiht sein," brummelte Dean. "Aber das Verknüppeln gefällt mir."
"Alter," sagte Sam leicht verstimmt, "immerhin begleitet er in volkstümlichen Bräuchen den Nikolaus. Und der war ein heiliger Mann. Ist doch logisch, das alles geweiht sein muss. Immerhin ist der Krampus der böse Helfer vom Nikolaus."
Seltsames Schweigen legte sich über den Raum. Seltsam nur deshalb, weil immer einer von unserem Quartett redete. Naja, meistens jedenfalls. Nur die lustigen Geräusche des Cartoons waren jetzt zu hören und untermalten die merkwürdige Ruhe mit grotesken Lauten.
"Was ich nicht verstehe," durchbrach Sam die befremdliche Atmosphäre und wandte sich jetzt auf seinem Stuhl um und sah uns, die wir vor dem Fernsehapparat saßen, abwechselnd an, "wo kann der Eingang sein? Ich meine, es muss eine Tür geben."
"Oder er muss von oben rein klettern. Auf dem Felsen waren wir ja nicht," warf Emil ein.
Dean schaltete die Glotze aus und ließ sich neben Sam am Tisch nieder.
"Wenn das ein Fels ist, wie will er da oben eine Tür reinbekommen haben?" Er nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche. Nun gesellte ich mich ebenfalls zu den Brüdern an den Tisch und winkte Emil zu uns rüber. Ich griff mir einen Zettel und einen Bleistift und begann zu zeichnen.
"Wenn das alles Stein ist - und davon gehe ich aus - hat er ja die provisorische Hüttenwand nur zur Tarnung hingebaut..." Ich legte mein nachdenklichstes Gesicht überhaupt auf, während ich meine Idee hinkritzelte. "Dann kann nur unter diesem Holz die echte Tür stecken. Wir reißen also heute Nacht die Hüttenwand ab, und sehen mal, was wir dahinter finden."
"Und wenn da auch nichts ist?" fragte Dean.
"Dann müssen wir weitersuchen. Vielleicht finden wir einen Eingang etwas abseits vom Felsen."
"Ah!" sagte Dean, "sowas wie einen Westflügel."
Wir mussten lachten.
"Ja genau, denn das ist bestimmt nur seine Winterresidenz," konnte Sam sich einen schnippischen Kommentar nicht verkneifen. "Jetzt ernsthaft. Es gab keinen zweiten Felsen in der Nähe. Nichts, das darauf hätte schließen lassen, das der Eingang an anderer Stelle versteckt ist. Also ist das vielleicht die ehemalige Zulieferstelle des Weinkellers."
"Dann versteckt sich da vermutlich der Zugang zu seinem Versteck," ergänzte Dean nickend.
Emil beugte sich nah an mein Ohr. "Reden die immer so viel? Wo sind die Taten?"
Ich kicherte leise: "Sind halt keine Zwerge!"
Das konnte Emil nur bedauernd bejahen. Dann klatschte er voller Tatendrang in die Hände und sagte:
"Wir packen jetzt alle Utensilien zusammen, und besorgen noch was wir benötigen, und dann haue ich mich 'n paar Stunden aufs Ohr. Danach geht's frisch ans Werk."
Sammy klappte seinen Laptop zu, und wir folgten Emils Ansage.
Der Sack
Die Information mit den geweihten Dingen, also nicht nur ein Kreuz, sondern auch einen aus speziellem, gewebten Leinen bestehenden Sack und dann noch ein geweihter Knüppel machten unsere Hallo-Wach-Tschüss-Gute-Nacht-Aktion ein wenig schwerer.
"Woher bekommen wir diesen Sack? Ich meine, diese Teile weihen zu lassen ist nicht das Problem..." merkte Dean an.
"Ich kenne nur eine Person, die uns diesbezüglich helfen kann," warf Emil in den Raum. Alle Augen ruhten erwartungsvoll auf ihm. "Kartoffel-Fritze, ein alter Bekannter meinerseits. Er hat immer wieder Unmengen an Leinensäcken und bezieht sie von verschiedenen Quellen. Er weiß mit Sicherheit, woher wir sowas bekommen können."
"Kennst du den, Misses?" raunte Sam in meine Richtung. Mir blieb nichts übrig, als den Kopf zu schütteln.
"Na toll, jetzt müssen wir auch noch auf einen Bauernhof." Deans Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen. Ich für meinen Teil freute mich darauf, jemanden kennenzulernen, den Emil noch aus früheren Zeiten kannte.
"Wir teilen uns auf: Emil und du fahrt zu Fritze, und Dean und ich kümmern uns um das Kreuz und den Knüppel."
"Damit kann ich was anfangen," nickte Dean und hatte sich so schnell die Jacke angezogen, das ich nicht mal 'oki' sagen konnte.
Wir setzten Sam und Dean direkt in der Ortschaft ab, während Emils und meine Fahrt uns auf's Land hinaus führte. Emil wirkte angespannt, und ich rutschte nah an ihn heran - so nah, wie es mir das Steuer des Winpala gestattete. Merklich legte sich seine Nervosität, als meine Hand die seine berührte. Die Reise dauerte nicht allzu lange, wir erreichten den Hof besagten Kartoffel-Fritzes nach nicht mal einer halben Stunde.
Der Hof war sehr weitläufig, die Felder waren so groß, das sie sich in der Dunkelheit verloren, und vor dem Haus standen ein Transporter und ein kleineres Gefährt, das wie eine Schüssel mit Rädern aussah.
"Fritze ist Tüftler, ähnlich wie wir," sagte Emil und grinste.
"War ja klar, alles muss geweiht sein," brummelte Dean. "Aber das Verknüppeln gefällt mir."
"Alter," sagte Sam leicht verstimmt, "immerhin begleitet er in volkstümlichen Bräuchen den Nikolaus. Und der war ein heiliger Mann. Ist doch logisch, das alles geweiht sein muss. Immerhin ist der Krampus der böse Helfer vom Nikolaus."
Seltsames Schweigen legte sich über den Raum. Seltsam nur deshalb, weil immer einer von unserem Quartett redete. Naja, meistens jedenfalls. Nur die lustigen Geräusche des Cartoons waren jetzt zu hören und untermalten die merkwürdige Ruhe mit grotesken Lauten.
"Was ich nicht verstehe," durchbrach Sam die befremdliche Atmosphäre und wandte sich jetzt auf seinem Stuhl um und sah uns, die wir vor dem Fernsehapparat saßen, abwechselnd an, "wo kann der Eingang sein? Ich meine, es muss eine Tür geben."
"Oder er muss von oben rein klettern. Auf dem Felsen waren wir ja nicht," warf Emil ein.
Dean schaltete die Glotze aus und ließ sich neben Sam am Tisch nieder.
"Wenn das ein Fels ist, wie will er da oben eine Tür reinbekommen haben?" Er nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche. Nun gesellte ich mich ebenfalls zu den Brüdern an den Tisch und winkte Emil zu uns rüber. Ich griff mir einen Zettel und einen Bleistift und begann zu zeichnen.
"Wenn das alles Stein ist - und davon gehe ich aus - hat er ja die provisorische Hüttenwand nur zur Tarnung hingebaut..." Ich legte mein nachdenklichstes Gesicht überhaupt auf, während ich meine Idee hinkritzelte. "Dann kann nur unter diesem Holz die echte Tür stecken. Wir reißen also heute Nacht die Hüttenwand ab, und sehen mal, was wir dahinter finden."
"Und wenn da auch nichts ist?" fragte Dean.
"Dann müssen wir weitersuchen. Vielleicht finden wir einen Eingang etwas abseits vom Felsen."
"Ah!" sagte Dean, "sowas wie einen Westflügel."
Wir mussten lachten.
"Ja genau, denn das ist bestimmt nur seine Winterresidenz," konnte Sam sich einen schnippischen Kommentar nicht verkneifen. "Jetzt ernsthaft. Es gab keinen zweiten Felsen in der Nähe. Nichts, das darauf hätte schließen lassen, das der Eingang an anderer Stelle versteckt ist. Also ist das vielleicht die ehemalige Zulieferstelle des Weinkellers."
"Dann versteckt sich da vermutlich der Zugang zu seinem Versteck," ergänzte Dean nickend.
Emil beugte sich nah an mein Ohr. "Reden die immer so viel? Wo sind die Taten?"
Ich kicherte leise: "Sind halt keine Zwerge!"
Das konnte Emil nur bedauernd bejahen. Dann klatschte er voller Tatendrang in die Hände und sagte:
"Wir packen jetzt alle Utensilien zusammen, und besorgen noch was wir benötigen, und dann haue ich mich 'n paar Stunden aufs Ohr. Danach geht's frisch ans Werk."
Sammy klappte seinen Laptop zu, und wir folgten Emils Ansage.
Der Sack
Die Information mit den geweihten Dingen, also nicht nur ein Kreuz, sondern auch einen aus speziellem, gewebten Leinen bestehenden Sack und dann noch ein geweihter Knüppel machten unsere Hallo-Wach-Tschüss-Gute-Nacht-Aktion ein wenig schwerer.
"Woher bekommen wir diesen Sack? Ich meine, diese Teile weihen zu lassen ist nicht das Problem..." merkte Dean an.
"Ich kenne nur eine Person, die uns diesbezüglich helfen kann," warf Emil in den Raum. Alle Augen ruhten erwartungsvoll auf ihm. "Kartoffel-Fritze, ein alter Bekannter meinerseits. Er hat immer wieder Unmengen an Leinensäcken und bezieht sie von verschiedenen Quellen. Er weiß mit Sicherheit, woher wir sowas bekommen können."
"Kennst du den, Misses?" raunte Sam in meine Richtung. Mir blieb nichts übrig, als den Kopf zu schütteln.
"Na toll, jetzt müssen wir auch noch auf einen Bauernhof." Deans Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen. Ich für meinen Teil freute mich darauf, jemanden kennenzulernen, den Emil noch aus früheren Zeiten kannte.
"Wir teilen uns auf: Emil und du fahrt zu Fritze, und Dean und ich kümmern uns um das Kreuz und den Knüppel."
"Damit kann ich was anfangen," nickte Dean und hatte sich so schnell die Jacke angezogen, das ich nicht mal 'oki' sagen konnte.
Wir setzten Sam und Dean direkt in der Ortschaft ab, während Emils und meine Fahrt uns auf's Land hinaus führte. Emil wirkte angespannt, und ich rutschte nah an ihn heran - so nah, wie es mir das Steuer des Winpala gestattete. Merklich legte sich seine Nervosität, als meine Hand die seine berührte. Die Reise dauerte nicht allzu lange, wir erreichten den Hof besagten Kartoffel-Fritzes nach nicht mal einer halben Stunde.
Der Hof war sehr weitläufig, die Felder waren so groß, das sie sich in der Dunkelheit verloren, und vor dem Haus standen ein Transporter und ein kleineres Gefährt, das wie eine Schüssel mit Rädern aussah.
"Fritze ist Tüftler, ähnlich wie wir," sagte Emil und grinste.
Wir stiegen aus, nachdem wir ein wenig abseits geparkt hatten, und ich stakste voller Elan auf das Farmhaus zu. Doch Emil hielt mich am Arm fest und sah mich eindringlich an.
"Ich habe Fritze schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Er war früher schon immer etwas -" Emil machte eine Pause und suchte nach dem richtigen Wort. "Besonderes. Also erschrick nicht."
Ich musste lachen. Sooo schnell haute mich ja nichts aus den Latschen!
Wir warteten eine Weile auf der Veranda, nachdem wir geklopft hatten. Im Haus brannte Licht, also war wohl noch jemand wach. Nach einigen Minuten hörten wir den Holzboden knarren und garkzen, als ginge jemand sehr schweres darüber. Langsam, fast einschläfernd, öffnete sich die erste Tür des Hauses, und gab einen durch ein Fliegengitter verklärten Blick auf die Stube frei. Ein sehr großer, breiter und dicker Mann ließ seinen Blick über die Veranda schweifen - bis er zu uns hinunter sah. In seinen Augen lag ein freudiger Glanz, und seine Mundwinkel zogen sich wie in Zeitlupe nach oben, bis er grinste.
"Bist das du, der Emil?" sagte er langsam. "Hallo Fritze!" begrüßte Emil den Riesen.
"Ja, Emil, das ist aber schön, dich endlich mal wiederzusehen! Was führt dich denn zu mir?"
Ich dachte schon, ich müsste einschlafen, so langsam sprach dieser große Kerl. Aber naja, Riesen halt.
Während wir mit einer Geste hineingebeten wurden, schilderte Emil bereits unser Anliegen.
"Ich würde dich nicht behelligen," seufzte Emil abschließend leicht verlegen, "wenn es nicht wirklich wichtig wäre."
Fritze ließ sich mit gemächlicher Ruhe auf einem Sessel nieder und bedeutete uns, uns ebenfalls zu setzen. Ich hibbelte schon von einem Fuß auf den anderen, so ungeduldig war ich.
"Ein Sack aus heiligem Leinen gewoben?" fragte Fritze zur Bestätigung.
"Ja, und zwar sehr dringend," nickte Emil.
"Ich werde nachsehen, ob ich noch einen finde. Versprechen kann ich es euch aber nicht!" und er grinste. In Zeitlupe.
Während wir warteten umspielten uns befremdliche Geräusche: nicht nur das Knarren und Stöhnen des Hauses, das unter jedem Schritt, jeder Geste des Riesen fast zusammenzubrechen drohte, auch ein seltsamer Singsang, der von den Feldern draußen herzurühren schien.
"Was ist das?" fragte ich Emil leise, denn ich wollte nicht, das Fritze mit seinen überdimensional großen Ohren meine Neugier vernahm.
"Er heißt nicht umsonst Kartoffel-Fritze. Seine Kartoffeln singen. Das ist die Magie, die er anwendet, damit sie besonders schmackhaft und nahrhaft sind. Er verkauft in alle Teile Wardrobias, und seine Kartoffeln sind die besten. Aber die haben auch ihren Preis."
Interessante Information, dachte ich bei mir, und ich schrieb eine geistige Notiz an mich, das ich Fritzes Kartoffeln mal irgendwann probieren müsste. Aber das durfte mich jetzt nicht ablenken.
Eine Ewigkeit schien vergangen zu sein - genau genommen waren es jetzt fast zwei Stunden - bis Fritze endlich wieder zu uns ins Wohnzimmer stieß.
"Hier habe ich noch einen Sack gefunden, der euren Zwecken dienlich sein sollte."
Er überreichte Emil den Sack, den er wohl auf dem Weg zu uns sorgfältig gefaltet hatte, und lächelte.
"Komm mich doch einfach mal wieder so besuchen, Emil. Und bring deine süße Begleiterin mit."
Das Wort "süß" ließ meine Öhrchen klingeln. Also Zwerge und Riesen... das ist mit dem Begriff 'süß' jetzt nicht die Kombination auf die ich so stehe.
Wir bedankten uns und machten uns vom Acker.
Kreuz & Knüppel
"Wo bekommen wir um diese Zeit einen Knüppel her?" grübelte Sam.
Er zückte sein Mobiltelefon und war schon dabei, Suchbegriffe einzutippen, als Dean ausscherte, an einem Baum hochsprang und einen Ast abbrach.
"Hierher, was dachtest du denn?"
Sam wiegte den Kopf und grinste. "Gut gemacht."
"Und ein Kreuz?" fragte Dean jetzt.
"Dazu brauchen wir nur eine Kapelle oder Kirche. Das dürfte doch nicht allzuschwer zu finden sein." Sam griff sein Handy erneut aus der Jackentasche, um sich einen Tipp per SearchWard (die in Wardrobia meistbenutzte Suchmaschine) zu holen, als Dean einwarf:
"Alter, ich weiß wo wir eine Kapelle finden!"
"Ach ja, wo denn?" wollte Sam überrascht wissen.
"Ich war mit Sweetie auf diesem Platz, als wir den Faun befragt haben. Da in der Nähe gab es eine."
"Und wie hieß dieser Platz?"
Dean überlegte eine Weile. "Irgendwas mit Schloss. Schlösser. Schlösser-Platz."
Sam zückte jetzt doch wieder sein Mobilgerät und suchte.
"Du meinst den Sieben-Schlösser-Platz?"
"Genau den!" sagte Dean nickend.
"Dann müssen wir aber hier lang," und Sam zog seinen Bruder in die entgegengesetzte Richtung als die, in die sie zuvor gelaufen waren.
Schon aus der Entfernung erkannte Dean die Wunderscheune wieder. Die Neugier ließ ihm keine Ruhe, und er lief zielsicher auf das Gebäude zu.
"Das musst du sehen," sagte er leise zu Sam.
"Alter, für sowas haben wir jetzt keine Zeit."
"Doch, nur einen Blick!"
Der Fensterladen war zugeklappt, sie konnten keinen Blick in die Scheune werfen. Aber sie hörten aus dem Inneren einen Chor singen und mehrere Stimmen durcheinander sprechen.
"Was ist das?" fragte Sam, runzelte die Stirn und musste dennoch grinsen, denn die Geräusche aus dem Inneren klangen nach Spaß. Vielleicht eine Party?!
"Das glaubst du nie... " begann Dean, doch sein Bruder unterbrach schnell:
"Komm jetzt."
So machten sie sich schnellen Schrittes auf zur Kapelle. Hier war alles duster und die Tür war verriegelt.
"Das kann doch jetzt nicht... verdammte Hölle!" fluchte Dean leise.
"Alter, hier!" rief Sam und winkte ihn um die Kapelle herum. Hier stand ein kleines Häuschen, wirklich klein, also schon eher winzig. Das Dach war eben so hoch, das es an Sams Haarschopf reichte. Licht brannte, und Dean klopfte.
"Klingeln kennen die hier wohl nicht," kommentierte er.
Kurz nach seinem Pochen öffnete ein winziges Männchen die Tür und fragte:
"Guten Abend. Was kann ich für euch tun?"
Die beiden mussten sich hinknien, um mit dem Männlein annähernd auf einer Augenhöhe zu sein.
"Wir brauchen ganz dringend ein Kreuz und eine Weihung für unsere Gegenstände. Kennen Sie vielleicht den Priester dieser Kapelle?"
Das Männlein lachte heiser. Das Lachen klang wie ein Hüsteln, das aneinandergereiht ausgestoßen wurde.
"Das bin ich, meine lieben Jungen," antworte das Männchen.
"Können Sie uns helfen?" wollte Sam vorsichtig wissen, und seine Stimme klang ganz sanft.
"Aber natürlich. Kreuze habe ich in der Kapelle. Die kann man als Souvenir mitnehmen. Und ein bißchen geweihtes Wasser kann ich euch auch erübrigen." Wieder das leise Hüstel-Lachen. "Wartet vor der Kapellentür, ich schließe euch auf."
Damit schloss sich die Haustür, und die Brüder kehrten zurück zur Eingangspforte der Kapelle.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich innen was regte.
"Klar, auf so kleinen Beinen kann man eben nicht schneller laufen," merkte Dean an.
"Alter... " Doch Sam sparte sich jedes weitere Wort, denn die Tür wurde aufgeschlossen und aufgehievt. Es musste ein enormer Kraftakt für das winzige Männlein sein, das Tor zu öffnen, und so half Sam mit einem Handgriff etwas nach.
"Kommt herein und nehmt beim Rausgehen Glück und Segen mit," sagte das Männchen.
Während Sam seinen Blick staunend über die von außen so gar nicht zu erahnende Schönheit dieser kleinen Heiligkeit schweifen ließ, folgte Dean - mit ganz kleinen Schritten - dem Männchen, das sie hinter sich herwinkte. Sam hörte in der Dunkelheit des Gebäudes das Rasseln von Schlüsseln, als das Männchen einen Raum an der Seite der Kapelle aufschloss.
"Darf es nur ein Kreuz sein, oder benötigt ihr beiden auch noch etwas anderes?"
"Jeder nur ein Kreuz," sagte Dean und grinste.
"Vier Kreuze, bitte," warf Sam rasch ein. "Sicher ist sicher," flüsterte er Dean zu, denn er wusste, das Zwerge gerne mal was verlieren oder verlegen.
Das Männchen packte vier Kreuze, und den beiden fiel auf, das seine Hände proportional größer waren im Gegensatz zu dem winzigen Rest seiner Statur. Das Männchen bemerkte den verwunderten Blick und hüstel-lachte wieder.
"Ja, an manchen Tagen muss ich ordentlich zupacken, das ist alles Übung," knarrte seine Stimme ihnen entgegen.
"So, was darf ich noch weihen?"
"Ähm, diesen Knüp... ähm Ast," sagte Sam verlegen und zeigte dem Männchen den abgebrochenen Ast.
"Dann folgt mir, meine Kindchen."
Dean biss sich förmlich auf die Zunge, um nichts Falsches zu sagen. Dieser Wichtel war ihm unheimlich.
Das Männchen besprenkelte die Kreuze und den Ast, während er einige Worte in einer den beiden völlig unbekannten Sprache murmelte. Sam konnte sich des Drangs nicht erwehren, das er am liebsten direkt nachgesucht hätte, um welche Sprache es sich hierbei handelte.
"So, ihr lieben Jungen, das war es schon. Kann ich euch sonstwie noch helfen?"
"Nein," sagte Dean und hatte es eilig, diesen komischen Ort so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.
"Nein, danke sehr, Pater... " sagte Sam, und das Männchen kicherte erneut.
"Ich heiße Pfustus. Ich bin der Segner hier. Wenn ich euch wieder helfen kann, habt keine Furcht mich aufzusuchen!"
Die Brüder bedankten sich und verließen die Kapelle.
"Alter... " war Deans Anmerkung, als sie den Platz hinter sich ließen.
"Ich habe Fritze schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Er war früher schon immer etwas -" Emil machte eine Pause und suchte nach dem richtigen Wort. "Besonderes. Also erschrick nicht."
Ich musste lachen. Sooo schnell haute mich ja nichts aus den Latschen!
Wir warteten eine Weile auf der Veranda, nachdem wir geklopft hatten. Im Haus brannte Licht, also war wohl noch jemand wach. Nach einigen Minuten hörten wir den Holzboden knarren und garkzen, als ginge jemand sehr schweres darüber. Langsam, fast einschläfernd, öffnete sich die erste Tür des Hauses, und gab einen durch ein Fliegengitter verklärten Blick auf die Stube frei. Ein sehr großer, breiter und dicker Mann ließ seinen Blick über die Veranda schweifen - bis er zu uns hinunter sah. In seinen Augen lag ein freudiger Glanz, und seine Mundwinkel zogen sich wie in Zeitlupe nach oben, bis er grinste.
"Bist das du, der Emil?" sagte er langsam. "Hallo Fritze!" begrüßte Emil den Riesen.
"Ja, Emil, das ist aber schön, dich endlich mal wiederzusehen! Was führt dich denn zu mir?"
Ich dachte schon, ich müsste einschlafen, so langsam sprach dieser große Kerl. Aber naja, Riesen halt.
Während wir mit einer Geste hineingebeten wurden, schilderte Emil bereits unser Anliegen.
"Ich würde dich nicht behelligen," seufzte Emil abschließend leicht verlegen, "wenn es nicht wirklich wichtig wäre."
Fritze ließ sich mit gemächlicher Ruhe auf einem Sessel nieder und bedeutete uns, uns ebenfalls zu setzen. Ich hibbelte schon von einem Fuß auf den anderen, so ungeduldig war ich.
"Ein Sack aus heiligem Leinen gewoben?" fragte Fritze zur Bestätigung.
"Ja, und zwar sehr dringend," nickte Emil.
"Ich werde nachsehen, ob ich noch einen finde. Versprechen kann ich es euch aber nicht!" und er grinste. In Zeitlupe.
Während wir warteten umspielten uns befremdliche Geräusche: nicht nur das Knarren und Stöhnen des Hauses, das unter jedem Schritt, jeder Geste des Riesen fast zusammenzubrechen drohte, auch ein seltsamer Singsang, der von den Feldern draußen herzurühren schien.
"Was ist das?" fragte ich Emil leise, denn ich wollte nicht, das Fritze mit seinen überdimensional großen Ohren meine Neugier vernahm.
"Er heißt nicht umsonst Kartoffel-Fritze. Seine Kartoffeln singen. Das ist die Magie, die er anwendet, damit sie besonders schmackhaft und nahrhaft sind. Er verkauft in alle Teile Wardrobias, und seine Kartoffeln sind die besten. Aber die haben auch ihren Preis."
Interessante Information, dachte ich bei mir, und ich schrieb eine geistige Notiz an mich, das ich Fritzes Kartoffeln mal irgendwann probieren müsste. Aber das durfte mich jetzt nicht ablenken.
Eine Ewigkeit schien vergangen zu sein - genau genommen waren es jetzt fast zwei Stunden - bis Fritze endlich wieder zu uns ins Wohnzimmer stieß.
"Hier habe ich noch einen Sack gefunden, der euren Zwecken dienlich sein sollte."
Er überreichte Emil den Sack, den er wohl auf dem Weg zu uns sorgfältig gefaltet hatte, und lächelte.
"Komm mich doch einfach mal wieder so besuchen, Emil. Und bring deine süße Begleiterin mit."
Das Wort "süß" ließ meine Öhrchen klingeln. Also Zwerge und Riesen... das ist mit dem Begriff 'süß' jetzt nicht die Kombination auf die ich so stehe.
Wir bedankten uns und machten uns vom Acker.
Kreuz & Knüppel
"Wo bekommen wir um diese Zeit einen Knüppel her?" grübelte Sam.
Er zückte sein Mobiltelefon und war schon dabei, Suchbegriffe einzutippen, als Dean ausscherte, an einem Baum hochsprang und einen Ast abbrach.
"Hierher, was dachtest du denn?"
Sam wiegte den Kopf und grinste. "Gut gemacht."
"Und ein Kreuz?" fragte Dean jetzt.
"Dazu brauchen wir nur eine Kapelle oder Kirche. Das dürfte doch nicht allzuschwer zu finden sein." Sam griff sein Handy erneut aus der Jackentasche, um sich einen Tipp per SearchWard (die in Wardrobia meistbenutzte Suchmaschine) zu holen, als Dean einwarf:
"Alter, ich weiß wo wir eine Kapelle finden!"
"Ach ja, wo denn?" wollte Sam überrascht wissen.
"Ich war mit Sweetie auf diesem Platz, als wir den Faun befragt haben. Da in der Nähe gab es eine."
"Und wie hieß dieser Platz?"
Dean überlegte eine Weile. "Irgendwas mit Schloss. Schlösser. Schlösser-Platz."
Sam zückte jetzt doch wieder sein Mobilgerät und suchte.
"Du meinst den Sieben-Schlösser-Platz?"
"Genau den!" sagte Dean nickend.
"Dann müssen wir aber hier lang," und Sam zog seinen Bruder in die entgegengesetzte Richtung als die, in die sie zuvor gelaufen waren.
Schon aus der Entfernung erkannte Dean die Wunderscheune wieder. Die Neugier ließ ihm keine Ruhe, und er lief zielsicher auf das Gebäude zu.
"Das musst du sehen," sagte er leise zu Sam.
"Alter, für sowas haben wir jetzt keine Zeit."
"Doch, nur einen Blick!"
Der Fensterladen war zugeklappt, sie konnten keinen Blick in die Scheune werfen. Aber sie hörten aus dem Inneren einen Chor singen und mehrere Stimmen durcheinander sprechen.
"Was ist das?" fragte Sam, runzelte die Stirn und musste dennoch grinsen, denn die Geräusche aus dem Inneren klangen nach Spaß. Vielleicht eine Party?!
"Das glaubst du nie... " begann Dean, doch sein Bruder unterbrach schnell:
"Komm jetzt."
So machten sie sich schnellen Schrittes auf zur Kapelle. Hier war alles duster und die Tür war verriegelt.
"Das kann doch jetzt nicht... verdammte Hölle!" fluchte Dean leise.
"Alter, hier!" rief Sam und winkte ihn um die Kapelle herum. Hier stand ein kleines Häuschen, wirklich klein, also schon eher winzig. Das Dach war eben so hoch, das es an Sams Haarschopf reichte. Licht brannte, und Dean klopfte.
"Klingeln kennen die hier wohl nicht," kommentierte er.
Kurz nach seinem Pochen öffnete ein winziges Männchen die Tür und fragte:
"Guten Abend. Was kann ich für euch tun?"
Die beiden mussten sich hinknien, um mit dem Männlein annähernd auf einer Augenhöhe zu sein.
"Wir brauchen ganz dringend ein Kreuz und eine Weihung für unsere Gegenstände. Kennen Sie vielleicht den Priester dieser Kapelle?"
Das Männlein lachte heiser. Das Lachen klang wie ein Hüsteln, das aneinandergereiht ausgestoßen wurde.
"Das bin ich, meine lieben Jungen," antworte das Männchen.
"Können Sie uns helfen?" wollte Sam vorsichtig wissen, und seine Stimme klang ganz sanft.
"Aber natürlich. Kreuze habe ich in der Kapelle. Die kann man als Souvenir mitnehmen. Und ein bißchen geweihtes Wasser kann ich euch auch erübrigen." Wieder das leise Hüstel-Lachen. "Wartet vor der Kapellentür, ich schließe euch auf."
Damit schloss sich die Haustür, und die Brüder kehrten zurück zur Eingangspforte der Kapelle.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich innen was regte.
"Klar, auf so kleinen Beinen kann man eben nicht schneller laufen," merkte Dean an.
"Alter... " Doch Sam sparte sich jedes weitere Wort, denn die Tür wurde aufgeschlossen und aufgehievt. Es musste ein enormer Kraftakt für das winzige Männlein sein, das Tor zu öffnen, und so half Sam mit einem Handgriff etwas nach.
"Kommt herein und nehmt beim Rausgehen Glück und Segen mit," sagte das Männchen.
Während Sam seinen Blick staunend über die von außen so gar nicht zu erahnende Schönheit dieser kleinen Heiligkeit schweifen ließ, folgte Dean - mit ganz kleinen Schritten - dem Männchen, das sie hinter sich herwinkte. Sam hörte in der Dunkelheit des Gebäudes das Rasseln von Schlüsseln, als das Männchen einen Raum an der Seite der Kapelle aufschloss.
"Darf es nur ein Kreuz sein, oder benötigt ihr beiden auch noch etwas anderes?"
"Jeder nur ein Kreuz," sagte Dean und grinste.
"Vier Kreuze, bitte," warf Sam rasch ein. "Sicher ist sicher," flüsterte er Dean zu, denn er wusste, das Zwerge gerne mal was verlieren oder verlegen.
Das Männchen packte vier Kreuze, und den beiden fiel auf, das seine Hände proportional größer waren im Gegensatz zu dem winzigen Rest seiner Statur. Das Männchen bemerkte den verwunderten Blick und hüstel-lachte wieder.
"Ja, an manchen Tagen muss ich ordentlich zupacken, das ist alles Übung," knarrte seine Stimme ihnen entgegen.
"So, was darf ich noch weihen?"
"Ähm, diesen Knüp... ähm Ast," sagte Sam verlegen und zeigte dem Männchen den abgebrochenen Ast.
"Dann folgt mir, meine Kindchen."
Dean biss sich förmlich auf die Zunge, um nichts Falsches zu sagen. Dieser Wichtel war ihm unheimlich.
Das Männchen besprenkelte die Kreuze und den Ast, während er einige Worte in einer den beiden völlig unbekannten Sprache murmelte. Sam konnte sich des Drangs nicht erwehren, das er am liebsten direkt nachgesucht hätte, um welche Sprache es sich hierbei handelte.
"So, ihr lieben Jungen, das war es schon. Kann ich euch sonstwie noch helfen?"
"Nein," sagte Dean und hatte es eilig, diesen komischen Ort so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.
"Nein, danke sehr, Pater... " sagte Sam, und das Männchen kicherte erneut.
"Ich heiße Pfustus. Ich bin der Segner hier. Wenn ich euch wieder helfen kann, habt keine Furcht mich aufzusuchen!"
Die Brüder bedankten sich und verließen die Kapelle.
"Alter... " war Deans Anmerkung, als sie den Platz hinter sich ließen.
"Aber echt, Alter!" stimmte Sam zu.
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